Wie das Pro­dukt­de­sign auf die Ziel­gruppe wirkt!

Wie das Produktdesign auf die Zielgruppen wirkt
Wie das Pro­dukt­de­sign auf die Ziel­grup­pen wirkt

Ziel­grup­pen spie­len schon lange eine wich­tige Rolle in der Kom­mu­ni­ka­tion. Rela­tiv neu, aber min­des­tens ebenso wich­tig, ist die ziel­grup­pen­af­fine Aus­rich­tung des Pro­duk­tes selbst. Ziel­grup­pen­mar­ke­ting durch Pro­dukt­de­sign war als län­der­spe­zi­fi­sche Eigen­schaf­ten und geset­zes­kon­forme Aus­rich­tung schon immer ein Teil des inter­na­tio­na­len Mar­ke­tings, wie links- und rechts­ge­steu­erte Autos oder die ver­schie­de­nen Strom­an­schlüsse bei Elek­tro­ge­rä­ten in ver­schie­de­nen Län­dern. Die Neu­heit des Ansat­zes betrifft die aus­schließ­li­che Aus­rich­tung auf vom Mar­ke­ting in Abstim­mung mit dem Ver­kauf vor­ge­ge­bene und defi­nierte Ziel­grup­pen.

Mit ver­schie­de­nen Men­gen und Grö­ßen auf unter­schied­li­che Ziel­grup­pen reagie­ren!

Die ein­fachste Methode eines pro­dukt­be­stimm­ten und auf ein­zelne Ziel­grup­pen aus­ge­rich­te­ten Mar­ke­tings sind unter­schied­li­che Packungs­grö­ßen. Ein­per­so­nen­haus­halte freuen sich über Sin­gle­pa­ckun­gen, wäh­rend Mehr­per­so­nen­haus­halte zu den Groß­men­gen grei­fen. Die Lebens­mit­tel­in­dus­trie hat den Trend zu ver­schie­de­nen Packungs­grö­ßen schon län­ger erkannt und ist damit sehr erfolg­reich. Neben den Packungs­grö­ßen spie­len gerade im Lebens­mit­tel­sek­tor auch spe­zi­ell zusam­men­ge­stellte Pro­dukte eine beson­dere Rolle.

Würs­tel wer­den mit ver­schie­de­nen Schär­fe­gra­den zu einer Ein­heit ver­packt, um damit die unter­schied­li­chen Geschmä­cker einer Fami­lie anzu­spre­chen. Pud­ding­pa­ckun­gen mit Abstu­fun­gen im Süß­ge­halt wer­den kom­bi­niert und Kaf­fee mit Keks als voll­stän­dige Jause ange­bo­ten. Sol­che Kom­bi­packs garan­tie­ren dem Käu­fer eine sinn­volle Ergän­zung sei­nes Haupt­pro­duk­tes und fin­den sich auch in ande­ren Märk­ten, wie Gar­ten­be­darf, Elek­tro­in­dus­trie oder im Haus­halts­ge­rä­te­be­reich.

Pro­dukte wer­den optisch inter­es­sant für eine Ziel­gruppe!

Die reine opti­sche Auf­wer­tung und Neu­ge­stal­tung von Pro­duk­ten bringt eine deut­lich inten­si­vere Anspra­che in bestimm­ten Ziel­grup­pen. Die Pro­duk­t­ei­gen­schaf­ten wer­den dabei nicht ver­än­dert, ledig­lich die Farb­ge­stal­tung und Ver­pa­ckung ori­en­tiert sich an der defi­nier­ten Ziel­gruppe. Auto­zu­be­hör soll für die Ziel­gruppe der jun­gen Frauen durch eine freund­li­che Farb­ge­stal­tung in hel­len, pas­tel­li­gen Tönen inter­es­sant wer­den, wäh­rend ver­sucht wird durch dunkle, erdige Töne im Heim­tex­ti­li­en­markt die männ­li­che Käu­fer­schicht anzu­spre­chen.

Design­va­ri­an­ten haben auch den Vor­teil, dass die Sam­mel­lei­den­schaft ange­spro­chen wird. Das neu­este Modell und das neu­este Design ist für bestimmte Käu­fer­schich­ten trotz gleich­blei­ben­der Pro­duk­t­ei­gen­schaft ein Kauf­kri­te­rium. Uhren­mar­ken haben die­sen Weg erfolg­reich beschrit­ten, um neben der eigent­li­chen Ziel­grup­pen­an­spra­che mit einem Design auch die Kol­lek­tion zu erwei­tern und Samm­ler zum Kauf ein­zu­la­den.

Dif­fe­ren­zie­rung der Leis­tun­gen spre­chen Ziel­grup­pen punkt­ge­nau an!

Um die Bedürf­nisse einer bestimm­ten Ziel­gruppe zu befrie­di­gen, wer­den aber auch die ein­zel­nen Pro­duk­t­ei­gen­schaf­ten ver­än­dert. Die Aus­stat­tungs­kri­te­rien in der Auto­mo­bil­in­dus­trie füh­ren zu ver­schie­de­nen Model­len inner­halb einer Auto­marke. Je nach Leis­tungs­um­fang wird damit das Low-End-Seg­ment oder das High-End-Seg­ment ange­spro­chen. Diese Dif­fe­ren­zie­rung des Ange­bo­tes nach den Bedürf­nis­sen der Ziel­gruppe fin­det sich auch in der Tou­ris­tik mit Grup­pen­rei­sen, Indi­vi­du­al­tou­ren oder geziel­ten Wein­ver­kos­tun­gen und Lese­tou­ren.

Die Ver­si­che­rungs­bran­che und der Ban­ken­sek­tor unter­schie­den zwi­schen Geschäfts- und Pri­vat­kun­den und bei Inter­net- und Tele­fon­an­bie­tern füh­ren Über­tra­gungs­ra­ten, Anzahl an freiem Inter­net­zu­gang oder Tele­fon­frei­mi­nu­ten zu unter­schied­li­chen Tari­fen und spre­chen Gele­gen­heits­nut­zer ebenso an wie Viel­nut­zer. Die Unter­schiede im Pro­dukt selbst sind aber oft nicht nur ein Hin­zu­fü­gen oder Weg­las­sen bestimm­ter Pro­duk­t­ei­gen­schaf­ten. Viel­mehr wird zeit­weise auch eine zweite Pro­dukt­schiene genutzt. In der Kos­me­tik­in­dus­trie wer­den für Salon­pro­dukte stär­kere und kräf­ti­gere Sub­stan­zen ver­wen­det als im Kon­su­men­ten­be­reich.

Der Grund liegt oft auch an den not­wen­di­gen Vor­kennt­nis­sen, um mit den stär­ke­ren Pro­duk­ten den gewünsch­ten Effekt zu errei­chen. Eigene Schu­lun­gen und Work­shops unter­stüt­zen das Fach­per­so­nal, wäh­rend End­ver­brau­cher durch eine mög­lichst ein­fa­che Hand­habe ähn­li­che Effekt erzie­len sol­len. Zwi­schen Profi und Laie wird auch im Heim­wer­ker­be­reich unter­schie­den, wo leis­tungs­starke Geräte eine ent­spre­chen­des Wis­sen ver­lan­gen.

Adap­tie­run­gen im Pro­dukt spre­chen auch kör­per­li­che Defi­zite an!

Ein wei­tes Feld von Pro­dukt­va­ri­an­ten gibt es bei kör­per­li­chen Defi­zi­ten. Wer als Links­hän­der gebo­ren wurde kennt die Pro­ble­ma­tik mit für Rechts­hän­der kon­zi­pier­ten Pro­duk­ten. Füll­fe­dern, Milch­känn­chen, Com­pu­ter­mäuse oder Sche­ren wer­den ergo­no­misch rich­tig für Links­hän­der ange­bo­ten. Die Welt der Per­so­nen mit beson­de­ren Bedürf­nis­sen wird grö­ßer, wenn sich Pro­dukte die­ser kör­per­li­chen und geis­ti­gen Defi­zite anneh­men und gleich­zei­tig eröff­net sich für Pro­dukt­an­bie­ter eine weite Ziel­gruppe.

Neben den eigens kon­zi­pier­ten Pro­duk­ten wie Lese­lu­pen oder spre­chende Uhren wer­den dabei aber nor­male Kon­sum­pro­dukte um bestimmte Eigen­schaf­ten erwei­tert. Autos mit Hand­steue­rung kön­nen auch von Per­so­nen mit Geh­be­hin­de­run­gen gesteu­ert wer­den und Tas­ta­tu­ren mit Blin­den­schrift ermög­li­chen Seh­be­hin­der­ten ein Arbei­ten am Com­pu­ter.

Pro­dukt­de­fi­nier­tes Ziel­grup­pen­mar­ke­ting ist ein Teil des Pro­dukt­mar­ke­tings und geht weit über die Ent­wick­lung, Pflege und Ver­mark­tung von Pro­duk­ten hin­aus. Es eröff­net den Fir­men neue Ziel­grup­pen und damit neue Absatz­ka­näle.

Bild­quelle: geralt – Pixabay.com